Nachrichten Winter 2024

Tag 431 – Guten Morgen, es ist Sonntag, der 08. Dezember
Die Nachrichten auf WhatsApp häufen sich bis über 100. Habt ihr es heute Nacht auch gehört? Wo kam das Knallen her? Damaskus ist gefallen. Die israelische Armee ist auf den Golanhöhen in höchster Alarmbereitschaft. Sie hat eine Pufferzone angelegt zum Schutz der Dörfer auf dem Golan Plateau. Israel hat den Drusen und Kurden in Syrien Hilfe versprochen, sollte es notwendig sein. Nach einem bewaffneten Angriff auf einen UN-Posten in Syrien unterstützt Israels Armee die Blauhelmsoldaten bei der Abwehr der Attacke. Und dass trotz, dass die UN abgestimmt hat, dass Israel sich sofort von den Golanhöhen zurück ziehen soll.
UN sagt ihr jetzt auch „Danke schön“.

Wir zählen die Tage, bis dass die Geiseln endlich befreit werden aus ihrem Leid, aber anstatt die Tage bis zu ihrer Befreiung zu zählen, müssen wir immer noch Tage ihrer Geiselhaft dazu zählen. Jetzt hat man im Gazastreifen wieder einen entdeckt. Ein israelischer Mann mit deutscher Herkunft. Auch er wurde für tot erklärt, ist jetzt jedoch gefunden. Das bedeutet, dass es noch 100 Menschen gibt, die einen Namen tragen, in der Hölle sitzen, tot oder lebend. „Oh“, sagen einige, die den 07. Oktober schon längst vergessen haben. „Gibt es denn noch immer Geiseln in Gaza?“
Hier in Israel werden die Geiseln keinen Tag vergessen. Schon wenn man es wollte, geht es nicht, denn wir sehen ihre Fotos mit Namen überall hängen. Auch Gäste, die auf Ben Gurion ankommen, werden als erstes mit Fotos und den Namen der Geiseln konfrontiert, selbst mit den jüngsten, Kfir und Ariel Bibas.

Noch kurz zur Erinnerung. Wenn heute die Geiseln befreit werden – dann ist morgen der Krieg vorbei!

Nach der Katastrophe vom 07. Oktober 2023 ist mehr als ein Jahr vergangen. Und es gibt doppelt so viel Arbeit. Die Bittgesuche verdoppeln sich und es gibt viele Projekte. Aber dank ihrer/eurer gewaltigen finanziellen Unterstützung, in Form von Donationen, Aktionen und Kollekten, können wir so viel mehr umsetzen. Ergreifend zu sehen, dass so viele mitfühlen und –leiden und so ihre Liebe zeigen; ganz besonders aus den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland. Ich würde am liebsten jeden persönlich bedanken, nimmt diesen Dank deshalb als persönlich an. Was ist im letzten Jahr viel geschehen. Ich bin sehr dankbar und froh, ihnen und euch erzählen zu können, was wir mit den gewaltigen Donationen, klein oder groß, haben umsetzen können. Was für ein Segen, um reichlich auszuteilen.

Die Betagten

Das Adoptiv Programm für die Shoa Überlebenden wird kleiner. Doch alle Adoptiv Opas und Omas erhalten nach wie vor ihre, durch euch weiter geleitete finanzielle Unterstützung. Mirjam, die in erster Instanz Silvia ersetzen sollte, wird jetzt, soweit möglich, mehr im Süden bleiben. Obschon sie in diesem Moment durch die Erkrankung ihres dreizehn jährigen Sohnes Samuel, er hat Leukämie, sehr eingeschränkt ist. Dies traf sie und uns alle hart und macht uns traurig. Zum Glück geben die Ärzte viel Hoffnung, dennoch wird es für die ganze Familie ein schweres Jahr werden. Somit will ich gleich einen Gebetsaufruf für Samuel und die ganze Familie Reijnen ins Leben rufen.

Zum Glück sind die Kontakte mit dem sozialen Netzwerk in Jerusalem sehr gut und ist alles gut organisiert. Die lange Liste mit Betagten, nebst den Shoa Überlebenden, wächst. Diese Gruppe besuchen wir nicht, versorgen sie aber mit Lebensmittelgutscheinen, die Freiwillige im Büro des sozialen Netzwerk jeden Monat an die Bedürftigen austeilen. Wir wissen, wer die Betagten sind und bekommen die Namenslisten, ihre Identitätsnummer und die Unterschriften bei Empfang, wieder zurück. So wissen wir, dass alle Lebensmittel Gutscheine bei den richtigen Menschen ankommen.

Aliyah wird zunehmen.

Zum Glück, denn das beschleunigt das Kommen des Messias. Der Teufel versucht, Gottes Pläne zurück zu halten, aber unser Gott ist größer. Er sagt: „Zum Norden sage ich: Gib her! Und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter vom Ende der Erde,“ (Jesaja 43, 6 ZB) ALIA. Die Welt (leider selbst Menschen aus den Kirchen) stempelt Israel als Aggressor ab, aber was schön ist? Gott nennt Israel, SEINE Söhne und SEINE Töchter. Die Ereignisse überschlagen sich. Der Prophet Jesaja sagt in Kapitel 60: „Überraschend werde ich, der HERR, es herbeiführen zu seiner Zeit.“ (Vers 22 b) Wir sehen es vor unseren Augen geschehen. Aber wenn wir das prophetische Wort nicht kennen und die Geschichte nicht kennen, haben wir wenig Hoffnung. Die Herrlichkeit für Zion ist im Anmarsch!

Diese Zeit ist viel gravierender wie der Zweite Weltkrieg. Der Antisemitismus/-zionismus ist nicht nur in den Niederlanden (zu unserer großen Schande) oder weiter in Europa zu spüren, die Juden sind weltweit nicht mehr sicher. Deshalb wollen wir die Juden ermutigen in ihr Land, dass Gott ihnen gegeben hat, zurück zu kehren und ihnen helfen, hier sesshaft zu werden. Es ist schwer und wenn wir können, helfen wir mit z.B. Zahnarztkosten oder manchmal mit Möbel, die sie aus eigener Tasche nicht anschaffen können.
Maxident, eine spezialisierte Zahnarztklinik, bietet die ersten Untersuchungen für Shoa-Überlebende und den neuen Immigranten gratis an. Für weitere Kosten springen wir dann ein.

Wie dankbar waren Zhenya und ihre Tochter

Meine Tochter und ich sind so froh! Gestern konnte ich einen Esszimmer Tisch mit Stühlen und einen Kleiderschrank für meine Tochter kaufen. – Unser Leben ist jetzt um einiges komfortabler (und gemütlicher) geworden. Dies alles verdanken wir euren großen Bereitwilligkeit zu spenden. Vielen, vielen Dank!

Äthiopische Studenten.

In den letzten Wochen begegneten wir vier äthiopische Studenten, die wir unterstützen werden. Sie bedanken sich sehr herzlich bei ihnen/euch.

Reut schreibt: „Ich spreche euch meinen tiefsten Dank aus für eure, für mich bedeutungsvolle, Unterstützung. Dank eurer Beihilfe kann ich mich ohne finanzielle Sorgen auf mein Studium konzentrieren. Eure Investition in mir ist wirklich inspirierend und ich bin so dankbar für euer Vertrauen in mir.“

Lilach schreibt: „Ich will dem tollen Team von der Stiftung „Yad L’Ami“ herzlich Danke sagen. Zwei Jahre lang unterstützt ihr mich schon in meiner Ausbildung zur Lehrkraft, immer mit einem breiten Lächeln und viel Verständnis. Dies ist eine Stiftung, der ich noch nie begegnet bin. Die mitfühlende menschliche Beziehung, das Professionelle und die hohe Subvention. Ich danke euch aus tiefstem Herzen!“

Eine, dieser hübschen Frauen, ist in ihrem letzten Studiums Jahr und ist dann fertig als Rechtsanwältin. Die anderen wählten zum Teil eine Privatschule oder die übliche Schule.
Ehrlich gesagt bin ich sehr stolz auf unsere Mädchen, die sich durchboxen. In der Tat, ohne ihre/eure Hilfe hätten sie es nicht geschafft. In den äthiopischen Gemeinschaften können die Eltern häufig die Kosten für ein Studium ihrer Kinder nicht bewerkstelligen.

Die Jugend und die Zukunft.

Letzte Woche kam es zu einer Schlägerei. Der Stress, die Angst und Unsicherheit bekam plötzlich die Oberhand. Nicht einfach so auf der Straße, sondern in einer unserer schönsten Bildungsstätte, in der die Jugend gerne zusammen kommt und ein wunderbares Team die Leitung hat.

Schon Monate beschäftigte es mich, was wir für diese Jugendlichen tun können, ihnen etwas in Händen zu geben, was zukunftsträchtig ist. Und dann kam uns eine Idee, ein Cyberkurs. In der letzten Zeit hat Israel es mit 200 Cyberangriffen zu tun gehabt. Ein Krieg für sich. Ein sehr wichtiger und anerkannter Kurs in diese Zeit zu geben, ist sehr interessant. Nach einem halben Jahr sind sie in der Lage, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. In Zusammenarbeit mit dem Jugendleiter werden wir dies in die Tat umsetzen.

Weiterhin konnten wir sie, nebst dem Garten, der auf Vordermann gebracht wurde, auch mit einer besonders schönen Gedenkfeier zum 07. Oktober helfen. Zusammen standen wir still und gedachten der Jugendlichen aus ihrer Gruppe, die am 07.10.2023 auf schrecklichste Art und Weise ermordet wurden. So versuchten wir dieses schreckliche Ereignis in den Herzen dieser jungen Leute einen Platz zu geben.

Wir sind zurück in Kibbuz Zikim.

Alle Bewohner der Kibbuzim und Dörfer müssen, nachdem sie für längere Zeit getrennt waren, wieder den Faden aufnehmen. Für viele Menschen ist das schwer. Jeder ist noch in der Phase zu Überleben. Dann gibt es noch nicht viel Raum und Zeit oder Sorge für den anderen. Familien sind getrennt. Väter müssen fünfmal pro Jahr für eine längere Zeit ihren Dienst in der Armee antreten, als normalerweise. In einigen Ortschaften hat man Hilfe von außen einberufen, um den Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Auch unsere Hilfe wurde erbeten für jegliches Alter. So gibt es doch nichts Schöneres, als mit zu helfen, Beziehungen wieder herzustellen und Projekte anzubieten, die dieses als Ziel haben.

Auf dem Programm steht u.a.: Unter Begleitung von Psychologen 6 Therapie Einheiten „Fahrrad fahren“ mit einem Elternteil und eins ihrer Kinder. Herrlich draußen in der Natur und aktiv zu sein. Schon in der Vergangenheit war dies ein großer Erfolg für die Eltern/Kind Beziehung.

Weiter bekommen 17 jüngere Kinder eine Therapie im biologischen Garten bei Mosje.

Ich will gleich die Chance ergreifen und den Kindern der Gemeinde „De Nieuwe Rank“ aus ‘s-Gravenhage (Niederlande) für ihre Aktion ‚Kids for Kids‘ herzlich zu danken. Durch eure Unterstützung können weitere 17 Kinder Trauma Therapie erhalten.

Für die Betagten in Zikim werden wir, zusammen mit ihren Nachbarn aus Kibbuz Karmia und Netiv HaAsarah, ein Konzert organisieren. Ich liebe es, Menschen zusammen zu führen. Viele kennen sich von früher, haben aber nie Kontakt. Was werden sie jetzt viel zu erzählen haben nach so einem dramatischen Jahr. Verschiedene Betagte sind nach der Evakuierung noch nicht zurück. Sie müssen ihr Vertrauen in die Sicherheit erst noch aufbauen. Sicherlich jetzt, wo im Grenzgebiet zum Gazastreifen noch regelmäßig die Sirenen aufheulen.

Kibbuz Niram, gelegen unter dem Rauch von Sderot, steht auch wieder auf unserer Liste. Vor Jahren halfen wir dort mit der Anschaffung von Gegenständen für Jugendliche und in der Kinderbetreuung.

Die Idee, was wir im Kibbuz Yad Mordechai umgesetzt haben, nämlich ein Musikzimmer einzurichten mit dem Ziel, dass Jung und Alt Musikunterricht nehmen kann entgegen einer kleinen Vergütung, ist inzwischen durchgesickert nach anderen Orten an der Grenze. Wir sehen, dass es ein großer Erfolg ist für traumatisierte Menschen jeglichen Alters. Musik heilt. Das Schöne daran ist, dass Leute aus Yad Mordechai jetzt die Initiative nehmen und selbst andere Kibbuzim helfen, so etwas auf die Beine zu stellen. Hierbei ist unsere Hilfe noch vonnöten. Wieder ein Stück gegenseitiger Verbindung; wieder ein Stück gegenseitige Wiederherstellung.

Kibbuz Nachal Oz. Inzwischen hatten wir unsere erste Begegnung mit der Jugendleiterin von Nachal Oz. Wir hoffen weitere Dinge zu bewerkstelligen. Weiteres folgt.

Sa’ad. Wir helfen der Schule an verschiedenen Fronten. Sehr schön, dass wir so viel Hilfe bieten können, die Kehrseite leider, dass es auch dringend benötigt wird. Schon immer gab es an der Grenze zum Gazastreifen viele traumatisierte Kinder, da man schon seit 20 Jahren unter dem Raketenfeuer aus dem Gazastreifen lebt. Aber jetzt nach dem 07.10.2023 benötigen alle Kinder Hilfe. 30 Kinder der Schule erhalten von uns Pferdetherapie (Kosten: 32,00 € pro Stunde x 10 Stunden = 320,00 € pro Kind) und 25 Kinder Hundetherapie innerhalb einer Gruppe (Kosten: 80,00 € pro Stunde für fünf Kinder)

Durch ein paar großzügige Spenden für das Kleintiergehege im Kibbuz Sa’ad können wir alle Kleintiere, die angeschafft werden sollen, finanzieren. Im Krieg sind sehr viele umgekommen, da auch dort eine Rakete fiel. Das Kleintiergehege ist eine große Unterstützung für die traumatisierten Kinder der Schule. Wenn die Stimmung in der Klasse kippt, werden sie mitgenommen zum Kleintiergehege. Dort können sie wieder zu sich kommen, indem sie die Tiere versorgen und mit ihnen kuscheln. Sehr schön zu wissen, dass das Tiergehege renoviert und erweitert wird, so dass alle Kinder aus der Region Hilfe erhalten können.

In dem Mädcheninternat erhalten die Mädchen Musiktherapie bzw. – stunden. Weiter konnten wir eine Gruppe von Mädchen mit einem anerkannten Kochkurs unterstützen. Etwas was auch in die Zukunft reicht.

Im Kibbuz Karmia baten sie uns, bei der Einrichtung eines Jugendzentrum behilflich zu sein. Auch helfen wir mit einigen Trauma Workshops für Kinder. Die ältere Jugend möchte gerne an einem Kurs Selbstverteidigung teilnehmen.

Einer der Jugendclub Häuser im Kibbuz Yad Mordechai muss renoviert werden und bittet um Küchenmöbel. Desweiteren sind sie beschäftigt, um via Kunst und Erholung, Therapien an Kindern zu bieten, die in gewissen Situationen nicht nach draußen können oder sollen, um dort zusammen mit einem Erwachsenen zu arbeiten bzw. zu spielen. Hier wird eine Lego Ecke entstehen und eine Töpferei mit Keramik und Ton.

Kibbuz Sufa, dicht an der Grenze zu Ägypten. Zu diesem Kibbuz erhalten wir schon längere Zeit Kontakte. Ein schöner, kleiner Ort mit ungefähr 400 Einwohnern. Diese Woche werden wir mit 13 Leuten einen Tag Häuser putzen. Wenn die Familien zurückkommen, sollen sie wenigstens in saubere Häuser zurechtkommen. Ein befreundetes Ehepaar bleibt noch ein paar Tage länger, um weitere Dienste zu erledigen.

Am 10. Januar 2025 hoffen 8 Männer aus IJsselmuiden (Niederlande) zu kommen unter Begleitung von Jacco, Vorsitzender der Stiftung Yad L’Ami Niederlande, um eine schöne Arbeit fertig zu stellen und an dem Wiederaufbau des Landes mitzuhelfen. Arjen, ein Vorstandsmitglied aus Israel und Gartenarchitekt hat ein wunderbares Projekt für die Einwohner von Sufa entworfen. Wenn sie wieder in ihre Häuser zurückkehren können, kommen sie in einen schönen und renovierten Kibbuz und nicht in dem Chaos von damals, als sie flüchten mussten vor den Mordanschlägen vom 07.10.2023, dass würde zu schmerzhaft sein. Ja, all diese Menschen leben, wegen der damaligen Evakuierung, verstreut in ganz Israel, so auch noch verschiedene andere Dörfer.
Prophetisch! Aus Jesaja 60 „Und Fremde werden deine Mauern bauen …“

Das vergangene Jahr war für Gottes Volk das meist prüfungsreichste und herausfordernste Jahr nach dem Holocaust. Eines ist sicher: ‚Israel wird nicht von der Karte gefegt werden‘, so wie die Völker ringsum Israel und die Feinde in Israel und über die ganze Welt rufen.

Gott selbst sagt: „Sieh, in jener Zeit NEHME ICH MIR all die vor, die dich unterdrücken, und das Hinkende WERDE ICH retten, und was versprengt ist, SAMMLE ICH, und zu Lobpreis und zu Ruhm MACHE ICH ihre Schande im ganzen Land.“ Zefanja 3,19
Das dies bald geschehen mag!

Im Namen aller schöne und besinnliche Feiertage, Chanukka, Weihnachten und ein friedvolles 2025.

Ria Doekes

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Fähigkeiten

Gepostet am

26 Dezember 2024