Nachrichten März 2026

Während ich durch die Berge von Judäa nach Sderot fahre, werde ich still. Ich schaue staunend um mich herum und denke: Wie ist das möglich? Was für ein wunderschönes Land … SEIN Land. Israel entscheidet sich für das Leben – warum dieser Hass?

Israel – ein kleiner Punkt auf der Landkarte, umgeben von feindlichen Völkern – und doch existiert es immer noch. Schon in Psalm 2 heißt es: „Warum toben die Heidenvölker und sinnen auf Sinnloses?“ Gott im Himmel lacht.
Und irgendwie … kann ich das auch verstehen. Vergessen wir nicht: Der Kampf richtet sich letztendlich gegen den Gott Israels. Israel und Gott sind untrennbar miteinander verbunden. Er ist der Beschützer Israels. Dies ist ein geistlicher Kampf. Betet für Israel und segnet es, nur dann werden wir selbst Segen empfangen.

Oh ja, ich bin also mit einem befreundeten Ehepaar aus der Schweiz auf dem Weg nach Sderot. Sie sitzen schon seit Wochen fest und warten auf einen Flug. In der Zwischenzeit nutzen sie die Zeit und reisen mit mir. Wir sind auf der Hut, wie immer, und treffen Vorkehrungen.
Sobald die Sirenen losgehen, wissen wir, was zu tun ist: raus aus dem Auto, uns ein Stück weiter weg hinsetzen, die Hände auf den Kopf legen.

Es fühlt sich seltsam an. Als wäre es nicht real. Und doch … ist das das Leben hier. Zwischen den Sirenen geht alles normal weiter.
Mehr als 200 Betagte und Shoa-Überlebende erhalten Lebensmittelgutscheine, Matzen und Traubensaft für das Seder-Mahl. Wir werden die Menschen unterstützen, Pessach feiern zu können. Es gehört dazu, weil es ein Auftrag Gottes ist, die von ihm eingesetzten Feste zu gedenken und zu feiern (Levitikus 23). Gerade jetzt.
Besorgte Gesichter, aber dankbare Augen.
Und gleichzeitig weiß man: Morgen kann schon wieder alles anders sein.

Heute ist Büro-Tag und ich sitze an meinem Schreibtisch.
Im Hintergrund höre ich Kinder im Park, hinter unserem Haus, spielen. Ihre Stimmen … so unbeschwert, so frei.
Und dann, plötzlich – dieses durchdringende Geräusch des Erstalarms auf meinem Handy.
Innerhalb weniger Minuten ist es still. Völlig still. Kein Kind mehr zu hören.
Jeder weiß, was er zu tun hat. Innerhalb weniger Minuten muss man in einem Schutzraum sein. Sogar die Kinder wissen das.
Und jedes Mal denke ich wieder: Schrecklich doch, dass man sein Kind heutzutage dazu anhalten muss. Wahrscheinlich sind das alles Kinder, die direkt neben dem Park wohnen und rechtzeitig nach Hause kommen können.

Seit Tagen versuche ich, diesen Beitrag zu schreiben, aber es will mir einfach nicht so recht gelingen. Mir fehlt die Kraft. Die Nächte sind kurz. Die Sirenen wecken einen immer wieder auf. Das verursacht ein lähmendes Gefühl.
Aber ich weiß auch: Stillstehen hilft nicht. Für mich ist der beste Weg … anderen zu helfen.
Also mache ich mich wieder auf den Weg.

Ein Besuch in Jerusalem
Als ich ihr Zimmer betrete, beginnt ihr Gesicht zu strahlen. Eine niederländische Shoa-Überlebende. Es ist schwer zu sagen, wie viel sie noch mitbekommt.
Dann hole ich ein Brötchen mit niederländischem Käse aus meiner Tasche.
Ihre Augen leuchten auf. „Hmm lecker …“, sagt sie leise.
Und dieser Moment … das ist alles.
Einen Moment genießen. Einen Moment etwas Vertrautes. Einen kleinen Moment der Freude an einem Tag, der oft so leer ist. Deshalb machen wir es.

An einem weiteren Tag besuchen wir eine Gruppe von 15 Shoa-Überlebenden in Jerusalem. Wir bringen ihnen Lebensmittelgutscheine für Pessach.
Ich frage vorsichtig: „Traut ihr euch noch, mit dem Bus oder der Straßenbahn zu fahren?“
Ihre Antwort berührt mich: „Wir müssen raus. Wir werden ansonsten in unseren vier Wänden noch verrückt.“
Wir lachen gemeinsam. Es ist warm, fast schon gemütlich.
Wir verabschieden uns. Doch bevor wir losfahren, gehen die Sirenen wieder los.
Wir gehen zurück, sitzen wieder zusammen, doch jetzt im Luftschutzbunker.

Noch ein Hausbesuch
Sie sitzen mir gegenüber, sichtlich erschöpft. „Wie sollen wir das nur schaffen?“
„Ich habe so viel zu tun“, sagt er … „aber mir fehlt einfach die Kraft.“ Das kenne ich nur zu gut.
Sie haben fünf studierende Kinder. Alle Kinder sind wegen des Krieges zu Hause. Ein B&B ohne Gäste. Die Kosten laufen weiter. Wie soll man das überstehen?
Wir beschließen, auch dieser Familie zu helfen. Drei der fünf Kinder erhalten über Yad L’Ami eine Studienbeihilfe.

Am selben Tag erreicht uns eine Anfrage von einer Schule aus dem Süden des Landes: Laptops für Kinder, die zu Hause keine haben. Der Unterricht findet während des Krieges über Zoom statt. Wie sollen sie ohne Hilfsmittel lernen?
Einige Familien haben zwei oder drei Kinder im schulpflichtigen Alter und können sich das nicht auch noch leisten. Die Schule kauft und verwaltet diese Laptops und leiht sie vorübergehend, an die Kinder, die keine haben, aus. Wir konnten sieben Laptops zur Verfügung stellen. Sie bedanken sich herzlich bei euch.

Yoël

Yoël, ein 90-jähriger Shoa-Überlebender, Dichter und Übersetzer aus Warschau. Vor etwa zehn Jahren zog er nach Be’er Sheva, um in der Nähe seiner Tochter und ihrer Familie zu leben.
Letzte Woche ging sein Pfleger kurz einkaufen. In diesem Moment ging die Sirene los. Kurz darauf schlug eine Rakete ein. Seine gesamte Wohnung wurde zerstört.
Jemand hat die Tür aufgebrochen und ihn in seinem Rollstuhl nach draußen gebracht. Seine Tochter fand ihn dort … verwirrt, panisch, als würde ihn seine Vergangenheit wieder einholen.
Sein Gehör hat sich durch die Explosion weiter verschlechtert. Wir werden ihm mit einem neuen Hörsystem helfen und schauen, was er sonst noch braucht.
Aber was mein Herz am meisten trifft, ist die Tatsache, dass jemand, der schon so viel durchgemacht hat … dies erneut durchstehen muss.

ie Sozialarbeit schreit um Hilfe für Menschen, die immer noch evakuiert sind.
Be’er Sheva – 2. März 2026
Ein Raketeneinschlag; mitten in einem Wohngebiet; tausende von Häusern, die beschädigt sind; hunderte von Menschen evakuiert. Menschen, die buchstäblich mit den Kleidern, die sie am Leib tragen, ihr Zuhause verlassen haben. Dutzende von öffentlichen Gebäuden wurden beschädigt, darunter acht Kindergärten, vier Schulen, Sozialeinrichtungen und andere kommunale Einrichtungen.
Chaos, Angst und Zerstörung sind die Folgen.
Keine Todesopfer – welch Wunder, aber so viele Traumata.

Be’er Sheva. Ein Ort mit so viel Geschichte. Der Ort, an dem die Vorfahren des jüdischen Volkes (Abraham, Isaak und Jakob) lebten und wirkten. Und heute … ein Ort voller Spannung, den der Feind zu zerstören versucht.
Über die Sozialhilfe wollen wir 100 Menschen mit Gutscheinen für Kleidung und Lebensmittel helfen.
Schon jetzt vielen Dank!

Liebe Leute, niemand kann sagen, wie dieser Krieg weitergehen wird. Wir wollen ehrlich sein. Es ist schwer.
Wir gehen alle auf dem Zahnfleisch; schlafen schlecht. Die Sirenen heulen ununterbrochen. Wir leben ständig in höchster Alarmbereitschaft.
Dennoch weiß ich: Wenn wir unseren Blick nicht auf Ihn richten, werden wir es nicht schaffen.
Die Bibel spricht von diesen Zeiten. ER ist treu, und wir warten weiterhin auf die vollständige Erlösung Israels. Das gibt uns Mut und Hoffnung.

Heute feiert Yad L’Ami sein 25-jähriges Bestehen.

Ich muss an unsere erste Spende denken … 2.500 NIS. Wow, damals eine riesige Summe. Heute spenden wir 25.000 NIS so nebenbei; viel unkomplizierter als damals 2.500 NIS. Aber das verdanken wir allein euch. Ich möchte euch allen von ganzem Herzen für all eure Spenden danken. Monatlich, einmalig, als Kollekte, für eure Gebete und Liebe. Vielen Dank an euch allen und alle Ehre unserem himmlischen Vater. EBEN EZER – bis hierher hat uns der HERR geholfen.

Normalerweise schreiben wir in den Newslettern eigentlich nie über Geld, sondern berichten nur darüber, was wir mit all den großzügigen Spenden und Kollekten gemacht haben. Heute mache ich eine Ausnahme. Vor etwa 10 Jahren bekamen wir für 1 Euro mehr als 5 Schekel. Heute liegt der Euro bei 3,62 Schekel. Das ist ein riesiger Unterschied. Bei 10.000 Euro (das waren 50.000 NIS) verlieren wir heute 14.000 Schekel (36.000).
Würden Sie eine zusätzliche Spende in Betracht ziehen, mit dem Vermerk: „NOTFONDS“?
Wir haben zwei Gründe: Yad L’Ami feiert Geburtstag und gerade in dieser Zeit braucht Israel uns mehr denn je.
Was wir jetzt alles tun dürfen, können wir nur mit Ihrer Hilfe aufrechterhalten.

Wir wünschen allen gesegnete Pessach- / Oster Tage.

Ria Doekes-Flier

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Fähigkeiten

Gepostet am

31 März 2026