Der 27-jährige Tomas schrieb in seinem letzten Brief:
„Tomas ist schon lange tot; ich bin nur eine Seele, die Frieden sucht. Der 7. Oktober 2023 hat mein Leben und alles, was ich war, zerstört. Ich kann damit nicht mehr weitermachen.“
Obwohl er an diesem Tag viele Leben rettete, ließen ihn die Schrecken nicht mehr los. Nach zwei Jahren des Kampfes entschied er sich, seinem Leben ein Ende zu setzen. Letzte Woche verlor Israel seinen 62. Soldaten durch Selbstmord – eine tiefe Tragödie, über die wenig gesprochen wird.

Eine fragile Ruhe liegt über Israel
Während die Welt auf „Beherrschung“ drängt, begraben israelische Familien ihre Gefallenen, trauern in Stille und versuchen, ihren Angehörigen beizustehen. Unterdessen sehen sie, wie sich ihre Feinde neu formieren. Tausende junger Soldaten befinden sich in der Rehabilitationsabteilung, viele von ihnen haben Gliedmaßen verloren. 50 Prozent der Verwundeten sind jünger als 30 Jahre, 92 Prozent sind Männer, 64 Reservisten. 45 haben körperliche Verletzungen und etwa 56 Prozent leiden unter psychischen Traumata.
Die letzte Geisel
Die Wunde vom 7. Oktober kann noch immer nicht heilen – da die sterblichen Überreste der Geisel Ran Gvili noch immer in Gaza festgehalten wird. Dazu muss sich Israel gleichzeitig an sieben Fronten verteidigen. Dennoch entscheidet sich Israel, durch Gottes übernatürliche Kraft, jeden Tag aufs Neue für das Leben. Und gerade in dieser Zeit sehen wir auch wunderschöne Dinge geschehen.
Wiederaufbau in Yad Mordechai – Mosad Sikma
Im November wurde Mosad Sikma in Yad Mordechai nach einer vollständigen Renovierung, die nach dem 7. Oktober notwendig geworden war, wieder eingeweiht. Dieser besondere Ort, an dem wir als Stiftung seit Jahren engagiert sind, unterstützt Jugendliche aus der gesamten Region an der Grenze zum Gazastreifen. Vier Jugendliche aus dieser Gruppe wurden am 7. Oktober 2023 auf grausame Weise ermordet.

Mosad Sikma ist ein Ort, an dem weder Alkohol noch Zigaretten oder Drogen konsumiert werden, und dennoch – oder gerade deshalb – blüht er auf. Rund 200 Jugendliche kommen drei- oder mehrmals pro Woche zu Programmen und Führungskräftetrainings zusammen. Die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen: Wer im ersten Jahr ist, schaut zu; ein Jahr später leitet man selbst die neue Gruppe.

Während der feierlichen Eröffnung, die von den Jugendlichen organisiert wurde, hob der 28-jährige Direktor, selbst ehemaliger Teilnehmer, sein Vertrauen in den Jugendlichen hervor und dankte allen, die an diesen Projekten beteiligt waren. Wir, als Stiftung Yad L’Ami, durften mit bauen und konnten auch in diesem Jahr wieder 11 Jugendliche adoptieren, deren Familien die Kosten nicht tragen können.
Bei einem weiteren außerschulischen Club im Gazastreifen unterstützen wir neun Familien, damit auch ihre Kinder an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen können.

Hilfe für Familien, Betagte und Schulen
Der Winter steht vor der Tür. Dank Ihrer Unterstützung konnte Yad L’Ami in Sderot 100 Familien mit Heizkörpern versorgen. Ältere Menschen erhalten von uns Windeln und Einwegunterlagen – Ausgaben, die für viele unerschwinglich sind.

An einer Schule in Sderot besteht dringender Bedarf an Therapie für schwer traumatisierte Kinder. Die Wahl fiel auf Hundetherapie, und wir haben uns verpflichtet, ein Jahr lang sechs Gruppen von jeweils fünf Kindern zu unterstützen.

Musik
Im vergangenen Jahr unterstützten wir Hunderten von Kindern und älteren Menschen mit Musikunterricht. Es ist bewegend zu sehen, wie Menschen über 70, die zwar den Wunsch hatten, jedoch noch nie ein Instrument gespielt haben, jetzt Gitarrenunterricht nehmen und Heilung in der Musik finden.

Sa’ad – Therapie und Wiederaufbau
In Sa’ad unterstützten wir weiterhin die Mädchen mit Musiktherapie und die Schule mit Pferde- und Hundetherapie. Wir bereiten ein wunderbares Projekt vor, um gemeinsam mit einer Gruppe von Männern den therapeutischen Tierbereich wiederzubeleben – eine Einrichtung, die nicht nur für Sa’ad, sondern für die gesamte Region verfügbar sein wird. Ein wunderbares Projekt, das vielen traumatisierten Menschen zugutekommt.
Kibbuz Ein Hashlosha – Leben nach der Zerstörung
Der 14. Kibbuz beziehungsweise das Dorf an der Grenze zum Gazastreifen, Ein Hashlosha, mit 420 Einwohnern, wurde 1950 als strategischer Punkt an der Grenze zu Gaza gegründet. Am 7. Oktober drangen etwa 150 Terroristen in den Kibbuz ein. Vier Einwohner und zehn Familienangehörige, die sich andernorts im Negev aufhielten, wurden ermordet und 54 Häuser beschädigt. Es dauerte 36 Stunden, bis alle Bewohner in Sicherheit waren.

Sechs Monate lang wohnten sie in einem Hotel in Eilat; danach zog der größte Teil in vorrübergehende Unterkünfte in Netivot und die Älteren in eine Pflegeeinrichtung in Be’er Sheva. Im Sommer 2025 kehrten 97 % der Gemeinschaft nach Hause zurück.
Der emotionale Schaden ist jedoch groß. Vor allem ältere Menschen zeigen seit dem 7. Oktober einen beschleunigten kognitiven und körperlichen Verfall. Mehrere Umzüge belasten Menschen über 80 Jahre stark. Sie brauchen vor allem Sicherheit und Unterstützung. Deshalb besteht ein großer Bedarf an Elektromobilen, um sie mobil zu halten und Isolation zu verhindern. Von den 12 älteren Menschen ist Louise mit 96 Jahren die älteste und Jacob mit 78 Jahren der jüngste. Alle sind hochbetagt. Wir konnten bereits zwei Elektromobile spenden. Auch eine akustische Unterstützung in ihrem Clubhaus mit einem Projektor war für schwerhörige Senioren dringend erforderlich. All dies dank Ihnen/Ihnen allen.

In diesen Wintermonaten widmen wir Betagten unsere besondere Aufmerksamkeit.
Wir organisierten einen Vortrag über gesundes Altern, verteilten Geschenkgutscheine an eine Gruppe in Jerusalem und überraschten viele mit holländischen Tulpen von der niederländischen Stiftung Christenen voor Israel. Diejenigen, die ans Haus gebunden sind, besuchen wir persönlich mit einem Blumenstrauß.
Konzerte zum Trost
Es sind noch zwei Konzerte geplant: eines für die Kibbuzim rund um Sderot und eines für die älteren Menschen aus Kfar Aza, die immer noch evakuiert sind. Ich wünsche mir, dass alle Senioren und Holocaust-Überlebenden, die den 7. Oktober erlebt haben, daran teilnehmen können. Unsere musikalischen Freunde – die selbst an der Grenze zu Gaza leben – wissen genau, wie sie die richtigen Saiten zum Klingen bringen. Die Freude in den Gesichtern spricht Bände.

Zahnpflege für Neuankömmlinge und Shoa-Überlebende
Viele Einwanderer aus Russland und der Ukraine leiden unter schweren Zahnproblemen, können sich aber keine Zahnbehandlung leisten. Die Zahnklinik Maxident führt eine kostenlose Erstuntersuchung durch und erstellt einen Kostenvoranschlag. Zwei Shoa-Überlebende aus der Ukraine benötigen dringend Zahnersatz. Auch eine junge Frau, alleinstehend und hart arbeitend in der Küche eines Hotels, wartet schon zu lange auf die notwendige Behandlung. Darüber hinaus standen noch sieben weitere Personen auf der Liste, denen wir ebenfalls helfen konnten.
Wird es eine massive Alijah-Welle geben?
Die prophetischen Worte aus Sacharja 8,7-8 klingen aktueller denn je:
„Ich werde mein Volk aus den Ländern des Ostens und des Westens befreien, wo immer sie sich auch befinden … und ich werde sie in ihr Land Israel zurückbringen.“
Aufgrund des weltweit zunehmenden Antisemitismus und der Bedrohung jüdischer Gemeinden fand am 27. November in Israel eine große Vorbereitungsübung statt, die sich auf die mögliche Ankunft von Tausenden von Juden pro Tag konzentrierte. Es wurden intensive Überlegungen zu Unterbringung, medizinischer Versorgung, Evakuierung und Integration angestellt. Israel muss auf einen plötzlichen Exodus vorbereitet sein. Ich kann es kaum erwarten, dass all diese prophetischen Verheißungen, in deren Mitte wir uns bereits befinden, vollständig erfüllt werden.

Der Prophet fährt fort:
„Denn wie ihr für Israel unter den Völkern ein Fluch gewesen seid, so sollt ihr nun für Israel und das Volk Juda ein Segen sein, denn ich werde euch Heil und Erlösung schenken. Fürchtet euch nicht und lasst den Mut nicht sinken, ISRAEL.“
Gott wird tun, was er versprochen hat! In dieser beunruhigenden Zeit ist es wichtiger denn je, Israels biblische und prophetische Rolle zu verstehen. BIS ER KOMMT!
Dankbarkeit
Nun, da sich das Jahr 2025 dem Ende zuneigt, möchten wir Ihnen unseren tiefen Dank aussprechen. Ihre regelmäßigen Spenden, Kollekten, einmaligen Beiträge und Ihr langjähriges Engagement sind von unschätzbarem Wert. Gemeinsam mit uns dienen Sie dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und seinem Volk. Im Namen meiner Person und der Vorstände in den Niederlanden und Israel: Unseren aufrichtigen DANK!
Das Licht dieser Welt ist rettend erschienen. Wie sehr sich die Dunkelheit auch bemüht, sie wird das Licht niemals auslöschen können. Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Chanukka-Fest, ein friedliches Weihnachtsfest und ein sicheres und friedliches Jahr 2026.
Shalom aus Israel
Ria Doekes
